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Januarwetter

  • Autorenbild: Gunnar Petrich
    Gunnar Petrich
  • 13. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 17. Apr.

Strasse im Schnee - Winterlandschaft mit Baum und Windrädern am Horizont

Vorgestern war ich mit dem Auto unterwegs. Es lag immer noch Schnee auf den Feldern und gleichzeitig schien die Januarsonne schon kräftig. Alles leuchtete und ich musste an meinen Schulfreund Tom denken, der auf der anderen Seite des Atlantiks in Kanada lebt. Dort dauern die Winter deutlich länger und er erlebt manchmal Temperatueren jenseits von minus 20 Grad. Die Häuser und die Heizungen sind entsprechend gebaut, aber manchmal geraten selbst dort die Strukturen an ihre Grenzen. Dann wird es selbst in diesen Häusern kühler. Und es gibt Regeln: Eine besagt, dass man in diesen Wetterphasen bei Überlandfahrten den Tank seines Autos (oder die Batterie) immer mindestens halb voll haben sollte - falls man unterwegs hängen bleibt. Eine andere Regel lautet, dass man sich bei Extrem-Temperaturen auf längeren Überland-Fahren am besten an- und abmelden sollte, damit die Angerhörigen oder Freunde Bescheid wissen, wann man losfährt und wann man plant, anzukommen. Bei minus 20 Grad sind die Überlebens-Chancen im Freien ohne Heizung oder warme Luft nur kurz und man kann nur hoffen, dass man bei einer Panne oder einem Wildunfall mit seinem Mobiltelefon oder via Satellit ganz schnell Helfer erreicht.


Sehnsucht nach alten Ritualen ...


Dieser kalte und schneereiche Winter passt auf den ersten Blick nicht zum Klimawandel - und erinnert mich natürlich an die Winter vor dem einsetzenden Klimawandel. Damals, als es noch richtig kalt war und der Schnee wochenlang liegen blieb. Als man zugefrorene Seen und Bäche betreten konnte, ohne Angst haben zu müssen, einzubrechen. Und erinnert mich daran, wieviel Spaß es macht, einen Hang oder Berg mit einem Schlitten einfach herunter zu fahren. Selbst in den Alpen ist das mittlerweile keine Selbstverständlichkeit mehr. Dörfer in 1.000 Meter Höhe bleiben auch im Winter oft grün und kahl und selbst in 1.500 Metern Höhe arbeiten unzählige Schneekanonen und produzieren Tag und Nacht ihren feinen Kunstschnee. Doch auch wenn man sich das gerade angesichts des vielen Schnees kaum vorstellen kann - der regelmäßige Schneemenge nimmt Jahr für Jahr ab. Dass ist der Grund, warum selbst in den Alpen immer mehr Gletscher schmelzen und dauerhaft verschwinden werden.


... und der Abschied von der Petromoderne


Das Gemeine am Klimawandel ist, dass er nicht linear, sondern in Wellen verläuft - natürlich wird es weiterhin Jahre mit viel Schnee geben und wird es bitterkalt sein. Dass aber ist eben "Wetter", und kein "Klima". Der amerikanische Präsident behauptet regelmäßig, der menschenverursachte Klimawandel sei ein "hoax", ein gigantischer Schwindel. Doch diese Behauptung muss man nicht ernst nehmen - denn die Fakten sind eindeutig und wurden teilweise selbst von Ölmultis publiziert. Aktuell geht es - zum Beispiel in Venezuela - nur ums Öl, um Märkte und um Macht. Und darum, dass sich das fossile Zeitalter dem Ende zuneigt. In der SZ las ich heute ein spannendes Interview mit Benjamin Steininger, einem Experten vom Projekt "Beauty of Oil", der u.a. für ein Max-Planck-Institut tätig ist. Der Mann ordnet in meinen Augen alles auf eine sehr nachvollziehbare Weise ein und redet u.a. über die "Destruktivität der Ölmächte" und über "petromoderne Meilensteine", die unsere Gegenwart bis heute prägen.


Coal Rollers


In den USA werde Klimaschutz inzwischen fast als Terrorismus betrachtet und viele behaupten, Umweltschützer wollen den Menschen die Autos wegnehmen. Dazu passt ein Film, den ich neulich sah und der die US-Szene der sog. "Coal Rollers" beleuchtete. Das sind Menschen, die ebenfalls den Klimawandel leugnen und bei Bedarf sogar zusätzlich Öl in die Abgas-Anlage einleiten und deren Autos dann gigantische schwarze Rußwolken ausstoßen. Das wirkt, als wären es Dampflokomotiven, nur auf der Straße. Ich hatte dazu Fotos gesehen, aber in der Dokumentation aus der Reihe "Amerika extrem" wirkten die Bewegtbilder wirklich schockierend. Während sich viele - auch konservative - Menschen große Sorgen ums Klima machen, erlebt man in dem Film rücksichtslose Männer - und Frauen - denen es einen Heidenspaß zu bereiten scheint, Fußgänger, Radfahrer und E-Auto-Fahrer mit ihrem schwarzen Ölschwaden aus ihren riesigen Pickups regelrecht zu vernebeln. Das ist nicht lustig, sondern brutal und gesundheitsschädlich. Das ist kein schwarzer Humor, sondern einfach nur widerlich - und nichts, was bleiben soll.

















 
 
 

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