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Radfahren

  • Autorenbild: Gunnar Petrich
    Gunnar Petrich
  • 28. Apr.
  • 4 Min. Lesezeit

Ich fahre praktisch tagtäglich Fahrrad - und dass schon seit vielen Jahren. Aber nicht mit einem Pedelec, wie so viele Menschen meines Altera. Nein, ich steige auf ein fast schon historisches Rad einer niederländischen Traditionsmarke, die berühmt wurde durch ihre japanischen Rahmen. Erworben habe ich mein Rad vor über 25 Jahren, es hat eine hochwertige 18-Gang-Schaltung, keine Scheibenbremsen, aber gute Lager - und es rollt hervorragend. Eigentlich ist es ein Reiserad, nichts besonderes, nicht hochpreisig - aber solide und sehr stabil. Ursprünglich wollte ich damit lange Touren unternehmen, aber irgendwie hat das nie geklappt. Laut der üblichen Apps radle ich trotzdem immerhin rund 2000 bis 3000 km pro Jahr. Ich besitze ein Rad, bei dem ich vieles selbst reparieren kann. Und es hat mich noch nie im Stich gelassen.


Zen ....


Radfahren ist genial, man muss sich kaum anstrengen und kann die Welt aus Sattelhöhe neu entdecken: Sehen. Fühlen. Riechen. Beim Radfahren sind praktisch alle Sinne beteiligt. Es macht Spaß, kleinere Hügel oder Berge zu bezwingen. Überhaupt - Spaß. Ein Fahrrad ist ein perfektes Fun-Fortbewegungsmittel. Der CO2-Abdruck ist extrem niedrig und es ist großartig bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit. Auch im Winter, wenn man einen Thermobecher mit heißem Kaffee oder Tee dabei hat und eine Bank oder eine Mauer findet, auf der mit Butterkeksen oder einem selbst zubereiteten Sandwich eine kleine Pause machen kann.


... und die Kunst des Radfahrens


Fahren und Pausen gehören zusammen, so wie das Ein- und das Ausatmen. Und man kann Orte entdecken, die man mit dem Auto oder zu Fuß nicht so bequem oder schnell erreichen kann. Ich bin zu allen Jahreszeiten unterwegs, in der Hitze des Hochsommers und im Winter, nicht so gern bei Schnee, denn dann ist es ohne Spikes wirklich glatt. Aber selbst bei Regen macht es Spaß, weil man die Macht der Elemente spürt. Nur Nässe mit Kälte ist nervig, denn durch den Fahrtwind kühlt man schnell aus. Und dann sind da noch die Hände, die trotz Ergo-Griffe immer wieder gern taub werden.


Need for speed?


Im vergangenen Jahr starben 462 Radfahrer auf unseren Straßen. Ich radle grundsätzlich mit Helm, nachdem ich mehrfach sehr gefährliche Stürze erlebt habe. Wurde zum Beispiel von Rechtsabbiegern übersehen und überlebte durch Zufall. Neulich bin ich an weidenden Schafen vorbeigefahren und plötzlich und völlig unvorhersehbar sprang ein Schaf über den Weg. Ich konnte nicht ausweichen und weil ich das Muttertier nicht rammen wollte, landete ich im Graben. Ich fahre relativ schnell, mein kleiner Fahrradcomputer, den ich ab und zu dabei habe, zeigt Geschwindigkeiten von 20, 25 km/h. Regelmäßig überhole ich Pedelec-Fahrer, werde aber natürlich von schnellen Gravel- und Rennrad-Fahrern überholt. Kein Problem für mich, denn mir geht es nicht um Speed.


Touren und ....


Immer mal wieder unternehme ich 100-, 120km-Touren. Das macht Spaß, weil man auf diese Weise völlig neue Regionen erreichen kann. Auch wenn man dabei wetterabhängig ist. Radeln bei Dauerregen oder bei Gewittern ist nicht schön, ist schlichtweg gefährlich. Einmal hat sogar mitten in einem heftigen Unwetter meine Smartwatch einen angeblichen Unfall erkannt, der Algorithmus „glaubte“, ich sei schwer gestürzt, und verband mich recht fix und automatisch mit einer Rettungsleitstelle. Der Helfer am Telefon reagierte cool, und ich war schwer beeindruckt, dass die Technik des Marktführers tatsächlich funktionierte.


Reisen


Was mich immer wieder begeistert ist die Tatsache, dass man problemlos, 15, 20, 25 kg mitnehmen kann. Das habe ich erstmals auf den Aland-Inseln zwischen Schweden und Finnland ausprobiert und auf den Lofoten, da war ich unterwegs mit meiner Freundin und einer kompletten Campingausrüstung.Wir reisten damals per Rad und Interrail und es waren tolle Touren. Längst besitze ich die genialen wasserdichten Packtaschen des fränkischen Markführers und mit denen fahre ich regelmäßig Einkaufen. Während andere mit dem SUV vorm Discounter meines Vertrauens parken, bekomme ich unsere kompletten Familieneinkäufe problemlos mit den Packtaschen, einem geräumigen Einkaufskorb am Lenker und einem Rucksack unter. Alles kein Problem, im Gegenteil, ein großer Spass.


Lastenräder


In den vergangenen Jahren habe ich mir für Gartenabfälle oder größere Einkäufe einen leichten Anhänger gekauft und kann problemlos Laub oder Kartons transportieren. Längst haben Lastenräder viele europäische Städte erobert, sie sind einfach sehr praktisch. Egal ob in Kopenhagen, Paris, Hamburg oder Mainz. Ich selbst habe mir schon ein schickes dänisches Modell ausgesucht, ein leichtes, ohne Motor, aber das muss noch warten. In den vergangenen Jahren war ich regelmäßig auf großen Radmessen etwa in Frankfurt am Main und über viele Jahre hinweg auf der „Spezialradmesse“ in Germersheim. Die „Spezi“ fand dieses Jahr zum ersten Mal in Freiburg statt und auf den kleinen und den großen Messen kann man nicht nur viele begeisterte Menschen auf Rädern treffen, sondern auch sehen, dass das Rad  - egal ob per Muskelkraft oder elektrifiziert - seine größte Zeit vielleicht sogar noch vor sich hat. Trotz der aktuellen Krise nach den Corona-Jahren. Und falls der Sprit infolge des Iran-Kriegs tatsächlich richtig knapp wird, werden noch mehr Menschen das Rad neu entdecken. Eine Entwicklung, die sich 1817 Karl von Drais sicher nicht vorstellen konnte - letztlich eine grandiose Erfindung, die bleiben wird.

 
 
 

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