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Neuschnee

  • Autorenbild: Gunnar Petrich
    Gunnar Petrich
  • 4. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit
Neuschnee - Alpen mit viel Sonne


Endlich wieder Schnee. Und endlich wieder ein neues Jahr. Der viele Schnee ärgert Autofahrer und bereitet Kindern Spaß: Endlich können sie wieder Schlitten fahren, Schneemänner bauen, Schneebälle werfen. Ein kalter Winter ist selten geworden in diesen Zeiten des Klimawandels. Den ja viele leugnen, weil sie Wetter mit Klima verwechseln. Aber das ist eine andere Geschichte. Ich freue mich über den neuen Schnee, weil er unsere Welt radikal verändert. Was oft dunkel und düster wirkt, wird durch den Schnee freundlich und hell. Und wenn die Sonne scheint, funkeln die Kristalle in der Luft und die Natur erstrahlt regelrecht. Selbst die Nächte sind heller, denn der frische Schnee reflektiert das spärliche Licht des Mondes. Aber noch etwas hat sich verändert.


Alte Rituale


Denn seit kurzem schreiben wir das Jahr 2026. Es startet turbulent und traurig. Mit einer furchtbaren Brandkatastrophe in der Schweiz und mit Schwerverletzten und sogar Toten durch Böller. Daran ändert nichts, dass sich Polizisten und Ärzte für ein Böllerverbot ausgesprochen und über vier Millionen Unterschriften gesammelt haben. Viele lehnen das Verbot ab, empfinden es als tiefen Einschnitt in ihre persönlichen Freiheit, selbst wenn sie weder Raketen noch Böller erwerben und abbrennen. Eine Freundin machte mich darauf aufmerksam, dass offenbar fast ausschließlich Männer unter den Käufern - und unter Opfern - sind. Frauen „böllern“ wohl deutlich seltner. Im Netz kursierte wieder das Video mit Gerhard Polt aus den 70ern. Es ist lustig, denn er schießt total mechanisch seine Raketen ab und am Ende, als der Kanonenschlag explodiert, hat er vorher schon wieder die Balkontür geschlossen.


Neue Bilder


Jeder hat seine eigenen Rituale am Ende eines Jahres. Und begrüßt es auf seine Weise. Klassisch sind kleine und große Partys, die Freude beim Zählen der Stunden, Minuten, Sekunden. Und dann natürlich das Anstoßen mit Sekt und sich dabei gegenseitig ein neues Jahr zu wünschen. So halten wir es auch. Letztes Jahr in München, dieses Jahr in Österreich. Und dann ist es plötzlich da, und alles geht so weiter wie bisher. Der Krieg in der Ukraine, das Morden im Sudan, die unklare Situation in Gaza, die Angst in Israel. Und der Showdown mit der spektakulären Gefangennahme eines Despoten in Venezuela, der auf Zuschauer offenbar „wie eine Fernsehshow“ wirkt. Klar ist - es geht darum, ein unterdrücktes Volk zu befreien und den Versuch, dort demokratische Verhältnisse wiederherzustellen.


Eine Satire von 1997


Und es geht um Bilder. Bilder, die politisch genutzt werden und bei dem nichts dem Zufall überlassen wird. Es geht um Demütigung vor aller Welt, ein Despot im Trainingsanzug mit Augenbinde, Kopfhörern und Wasserflasche. Die älteren erinnern sich vielleicht an den wunderbaren Film „Wag the Dog“ von 1997 - eine Satire aus Hollywood mit Dustin Hoffmann und Robert de Niro in den Hauptrollen. Übersetzen lässt sich der Titel mit dem Satz:  „Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt“. Es geht um die Ablenkung der Aufmerksamkeit von einem wichtigeren Thema. Im Film geht es um einen fiktiven US-Präsidenten, der unmittelbar vor der Wahl mit dem Vorwurf der sexuellen Belästigung  einer Schülerin konfrontiert wird.


… und die Realität 2026


Daraufhin werden Profis engagiert, die medial eine politische Krise mit Albanien (!) inszenieren, weil niemand in den USA etwas über dieses Land weiß. Erinnert mich ein wenig an die Eskalation in Venezuela, obwohl es natürlich letztlich nicht vergleichbar ist. Experten sagen, dass es dort eher ums Erdöl geht, neben den Drogen. Wie auch immer. Alte Bilder, neue Bilder, alte Männer, junge Männer, Mörder und Mafiosi, die auf eine Weise agieren, die bis vor wenigen Jahren unvorstellbar war. Es geht nicht mehr um Recht und um Völkerrecht, sondern nur noch um das Recht des Stärkeren. Nichts, was so künftig bleiben soll.


 
 
 

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