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Erfahrungswissen

  • Autorenbild: Gunnar Petrich
    Gunnar Petrich
  • 24. Okt. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 8. Dez. 2025

Mittelalterliches Gewölbe mit moderner Kunst

Alte Häuser haben ihren ganz eigenen Reiz. Dieses schöne Gewölbe findet sich in einem Rathaus einer bayerischen Kleinstadt an der Salzach und das Tragwerk ist gut integriert. Wenn man vom Stadtplatz aus kommt, betritt man diesen eindrucksvollen Raum und hat sofort das Gefühl, in eine andere, längst vergangenen Epoche einzutauchen. Alles wirkt solide, ist sorgfältig beleuchtet und damit es nicht langweilig wird, finden hier regelmäßig Ausstellungen mit moderner Kunst statt - dies ergibt eine schöne Spannung zwischen alt und neu. Erbaut wurde dieses historische Gebäude im 18.Jahrhundert, man hat das Gewölbe und den alten Lichthof aus dem 14. und 15.Jahrhundert einfach integriert.


Alte Meister

Ein geschickter Schachzug, denn das Haus verbindet quasi Ideen aus verschiedenen Epochen. Als der alte Teil erbaut wurde, im 14, 15. Jahrhundert wusste man nicht viel über theoretische Zusammenhänge von Statik und Materialeigenschaften. Es gab keine studierten Statiker und keine Bauämter - aber es gab natürlich alte Baumeister mit ihrem Erfahrungswissen. Man baute so, wie es überliefert worden war - und es entstanden Bauwerke, die Jahrhunderte überdauerten. Da die Gebäude in der Regel stabil waren, wusste man, dass es funktioniert. Nur die Dächer waren ein Problem, wenn die brannten, sprangen die Flammen häufig von einem Dachstuhl aufs nächste Haus über - und am Ende brannte die ganze Stadt.


Neue Ideen

Also baute man neuartige Blendfassaden - und die sorgten dafür, dass die Flammen kaum noch überspringen konnten. Erfahrungswissen kann also funktionieren, muss aber nicht. Bei diesem Gewölbe habe ich den Eindruck, es ist überdimensioniert. Es funktioniert, wirkt aber übertrieben. Mit dem Einzug der Moderne lernte man im 19. und 20. Jahrhundert mit Eisen und Stahl, mit Ziegelsteinen und Beton zu bauen. Baumaterialien, die bis heute verwendet werden und die erst moderne Häuser ermöglichen oder Brücken, die filigran sein können. Das erste große Gebäude dieser Art ist übrigens 250 Meter lang und entstand als sog. Stahlskelettkontruktion 1929/1930 in Frankfurt am Main. Es war das IG Farben Gebäude im Stil der sog. „Neuen Sachlichkeit“. Das fast einhundert Jahre alte Bürohaus diente später viele Jahre lang als Hauptquartier des V. US-Korps und ist heute das Highlight des Campus Westend der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt/Main.


Sanierungsbedarf

Manchmal haben aber nicht nur moderne Häuser, sondern auch Brücken Probleme. Denn dem sog. Spannbeton setzt dort der saure Regen und infolgedessen der Rost massiv zu. Bundesweit sind tausende Brücken sanierungsreif und der Einsturz der Dresdner Carola-Brücke am 11.September 2024 schockierte das Land. Da die Brücke nachts um kurz nach drei Uhr einstürzte, kam glücklicherweise niemand zu Schaden. Die Schiersteiner Brücke zwischen Wiesbaden und Mainz wurde bereits ersetzt, die Brücken am Westhofener Kreuz im Ruhrgebiet sind ebenfalls m Ende und und werden zurzeit komplett erneuert.


Erfahrungsstau

Last not least muss die Hochstraße Nord in Ludwigshafen am Rhein 2026 abgerissen werden - so wie unzählige Brücken bundesweit. Ganz anders dagegen die Steinerne Brücke in Regensburg - sie wurde zwischen 1135 bis 1146 komplett aus Stein erbaut und ist heute die älteste erhaltene Brücke Deutschland. Auch sie wurde mit ihren 16 Bögen bereits saniert, ist ein wirklich eindrucksvolles Baudenkmal und gilt als Meisterwerk mittelalterlicher Baukunst. Damit ist sie ein Beispiel dafür, dass man Erfahrungswissen niemals unterschätzen sollte. Erfahrungen unserer Vorfahren, die unschätzbar sind, weil sie sich bewährt haben - und etwas sind, was bleiben soll.


 
 
 

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