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Dia de los Muertos

  • Autorenbild: Gunnar Petrich
    Gunnar Petrich
  • 31. Okt. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 8. Dez. 2025

Mexikanischer Totenschädel mit rotem Stoffhut  - dia de los muertos - Allerheiligen in Mexiko


Vor 20 Jahren besuchte ich Mexiko. Dort wurde damals Allerheiligen, also der „dia de los muertos", noch sehr traditionell gefeiert. Ich erlebte diesen Tag in Oaxaca de Juárez einer mittelgroßen Stadt, ca. 450 km südlich von der Hauptstadt Mexico City. Die 250.000-Einwohner Stadt ist Weltkulturerbe, sie ist geprägt durch historische Bauten aus der spanischen Kolonialzeit. Der Zócalo, der idyllische Platz bildet das Stadtzentrum, in dem viele schöne Kirchen und Bürgerhäuser mit Innenhöfen zu finden sind. Fast alle Straßen, Häuser und Höfe waren geschmückt mit Symbolen des Todes: mit Figuren, Papiergirlanden, Skeletten aus Blech und Schädeln aus Zuckerguss. Bei einem der Bäcker konnte man sich sogar seinen Namen auf einen der Zucker-Schädel schreiben lassen, eine Art „Memento Mori“, also eine Erinnerung daran, dass die Zeit, die uns auf Erden zur Verfügung steht, begrenzt ist.


Eine Nacht auf dem Friedhof

Oaxaca de Juárez ist eine Stadt, in die ich aktuell nicht reisen würde. Die Sicherheitslage im ganzen Land ist bedenklich und wenn man Pech hat, gerät man in eine Schießerei und stirbt an einer verirrten Kugel. Gewalt ist in Mexiko allgegenwärtig, seit 2006, seit dem Beginn des Drogenkriegs, wurden wohl über 360.000 Menschen ermordet, darunter gezielt tausende Femizide. Verbrechen, die einen sprachlos zurücklassen, so wie die Massenentführung der 43 Lehramtsstudenten im Jahr 2014, die bis heute nicht aufgeklärt worden ist. Gewalt ist allgewärtig, aber in Oaxaca de Juárez war es damals absolut friedlich.. Nach einem tollen Essen, einem Steak mit Mole, der typischen Schokoladensauce, machte ich mich auf den Weg zum Friedhof. Unmittelbar davor war ein Jahrmarkt, es gab Essbuden und Stände mit Kerzen, Kunststoff-Skeletten und überall erklang Mariachi-Musik.


Picknick auf Gräbern

Durch den Haupteingang betrat ich den Friedhof, auf dem Hunderte von Menschen unterwegs waren. Alle hatten ein Ziel, die jeweilige Grabstätte der Familie. Die Gräber waren aufwendig geschmückt mit Kerzen und gelben und orangen Blumen, Farben, die den Verstorbenen helfen sollen, den richtigen Weg zu finden. Auf vielen Gräbern waren Picknick-Decken ausgebreitet, wo es möglich war, lagerten die Besucher um diese Decken und aßen köstliche Speisen und tranken Wein. Ich hatte vorher noch nie einen so stark frequentierten Friedhof erlebt, aber in Oaxaca des Juárez war das normal. Man unterhielt sich, scherzte, lachte und ließ es sich gut gehen mit den mitgebrachten Speisen. Ab und zu kam eine Mariachi-Kapelle vorbei und spielte fröhlich auf. Auf den Gräbern wurde getanzt.


Ein Volksfest zu Ehren der Toten

Bei uns hört man häufig den Satz: „Der Tod gehört zum Leben“. Aber erst in Oaxaca de Juárez habe ich begriffen, was diese Aussage bedeuten kann. Das Fest war damals völlig anders als Halloween heute, das keltische Wurzeln hat und total kommerzialisiert ist. Und es ist anders als der katholische Feiertag „Allerheiligen“, der sehr ernsthaft an die ermordeten und verstorbenen Heiligen erinnern soll. Der mexikanische „Dìa de los Muertos“ dagegen ist für uns sehr fremd, weil nicht getrauert, sondern gelacht und gefeiert wird. Letztlich ist es ein fröhliches Fest, weil dort Menschen ihren Ahnen, den verstorbenen Großeltern, Eltern oder Kindern ganz nah sind, so, als würden sie tatsächlich unter uns weilen. Eine Tradition, die uns, obwohl sie so fern und fremd, helfen könnte, Erinnerungen an unsere Vorfahren viel lebendiger zu halten.





 
 
 

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